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Pigmentstörungen

 Pigmentstörungen beim Hund

 

Pigmente (Farbstoffe im Organismus) sind für die Ausbildung der Farben u. a. des Fells, der Augen (Iris), des Nasenspiegels und der Lefzen verantwortlich.
Die Intensität der Farbe hängt vom Melaningehalt in den Basalzellen der Haut ab. Der Melaningehalt ist wiederum abhängig von verschie-denen Faktoren u. a. vom Gehalt an Carotinen und Hämoglobin. Eine wichtige Rolle bei der Hautpigmentation spielen auch die Hormone MSH (Melanin stimulierendes Hormon) sowie ACTH.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Pigmentstörungen.
Die Hyperpigmentation (Überpigmentierung) ist eine Verfärbung der Haut, die an der betreffenden Körperstelle dunkler als gewohnt /normal auftaucht. Eine Hyperpigmentation kann angeboren sein wie z. B. die angeborenen schwarzen Flecken bei Möpsen (Lentigo), die ansonsten in keiner Weise mit Begleitsymptomen einer Hauterkrankung einhergehen.
Häufiger ist die Hyperpigmentation aber Folge einer chronischen Hauterkrankung, z.B. im Zusammenhang mit Allergien oder vor allen Dingen hormonell bedingten Erkrankungen (Endokrinopathien).
Die Hypopigmentation (Unterpigmentierung) äussert sich durch einen Mangel an Farbe lokal an den betroffenen Körperpartien oder auch generalisiert am gesamten Fell.

Die Ursache dieses Pigmentverlustes, der auf einen Mangel an Melanin in den Basalzellen zurück zuführen ist, lässt sich nun in zwei Ursachenrubriken unterteilen: fütterungsunabhängige und fütterungsabhängige Ursachen

Fütterungsunabhängige Ursachen für Pigmentverluste beim Hund im Bereich der Augen, Nase, Lefzen und dem gesamten Fell.


Angeborene Hypopigmentation (Vitiligo) generalisiert als Albinismus auftretend oder lokal als weisse Flecken oder Farbverlust meist im Bereich der Nase (z.B. beim Deutschen Schäferhund, Dobermann etc. hier häufig auch erst bis zum Alter von 3 Jahren auftretend)

Pigmentverlust infolge von Entzündungen, Verletzungen und Allergien (durch zu starke Verletzung bestimmter Hautschichten)

Pigmentverlust an Lippen und Nasenspiegel infolge von Autoimmunerkrankungen (Erkrankungen, bei denen das Immunsystem körper-eigene Stoffe als körperfremde Stoffe erkennt und dadurch den eigenen Körper bekämpft).

Pigmentverlust infolge von Hormonstörungen bedingt durch Störungen beim Ablauf der Läufigkeit z.B. durch Wegspritzen der Läufigkeit, körpereigene Hormonumstellungsprobleme, die sich durch Scheinträchtigkeit, Gebärmutterentzündungen etc. äussern. Aber auch bedingt durch Hormontherapien des Tierarztes (Kortisone, ACTH, Schilddrüsenhormone etc.).

Pigmentverlust nach Medikamentengaben (Wurmkuren, Penicillin, anderen Antibiotika, chemischen Flohbehandlungen etc.) Hierbei wird infolge der Stoffwechselbelastung die Melaninspeicherung gestört. In diesem Fall reguliert sich der Stoffwechsel häufig innerhalb von 4-6 Wochen von allein, so dass es sich meistens um einen vorübergehenden Pigmentverlust handelt.

Erkrankungen oder Belastungen des Hundes, die zu einer Schädigung der Darmflora führen. In diesem Fall kann es zu Resorptions-störungen im Darm kommen. D.h., dass der Hund trotz ausreichender Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, diese im Darm nicht aufnehmen kann. So kann es dann zu einer Mangelversorgung kommen.
Ein Mangel an einzelnen Mineralstoffen oder Spurenelementen, die in der Regel nicht bedingt durch einen zu geringen Gehalt an Mineral-stoffen und Spurenelementen im Futter entstehen, sondern durch Resorptionsstörungen im Darm, die dann sekundär zu Mangeler-scheinungen führen können, weil der Körper nicht in der Lage ist, die vorhandenen Mineralstoffe und Spurenelemente im Darm aufzu-nehmen und zu verstoffwechseln.

Fütterungsabhängige Ursachen für Pigmentverluste beim Hund im Bereich der Augen, Nase, Lefzen und dem gesamten Fell.

Hormonell bedingter Pigmentverlust durch Futtersorten, die zum grössten Teil aus hormonhaltiger Fleischbasis (z.B. hormonhaltige Geflügelköpfe etc.) zusammengesetzt sind. Die hormonhaltigen Substanzen beieinträchtigen den gesamten Hormonstoffwechsel und haben darum auch eine Wirkung auf das MSH (Melanin stimulierendes Hormon) sowie auf das ACTH.

Hundefutter, die einseitig zusammengesetzt sind und dabei einen Mangel an essentiellen Fettsäuren oder essentiellen Aminosäuren auf-weisen. Häufig tritt hierbei aufgrund von minderwertigen Futterkomponenten gleichzeitig eine starke Nierenbelastung durch einen zu hohen Rohaschegehalt auf. Hierbei kann nicht genügend Melanin in den Zellen aufgebaut werden, was dann zu Pigmentverlust führt.

Hundefutter, die übermässig mit synthetischen Vitaminen angereichert werden, können durch die dadurch entstehende Vitaminüberver-sorgung nachhaltig zu Störungen nicht nur des Hormonstoffwechsels, sondern auch der Leberfunktion führen. Die Leber nimmt in der Verstoffwechselung von ß-Carotinen und Vitamin A aber eine wichtige Rolle ein, so dass es auch von dieser Seite her zu Beeinträchtigungen der Pigmentierung kommen kann.

Hundefutter, die übermässig mit Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert werden. Ein Zuviel an Mineralstoffen und Spuren-elementen kann einmal absolut zu einer Überversorgung und den damit verbundenen Stoffwechselüberlastungen der Leber und der Niere führen. Zum anderen ist hinlänglich bekannt, dass ein Zuviel an bestimmten Mineralstoffen zu einer Aufnahmeblockade anderen Mineralien und Spurenelemente im Darm führen kann. So kann es z.B. bei einem Zuviel an Calcium zu einer Resorptionsstörung von Zink im Darm kommen und eine damit verbundene Zinkmangelerkrankung entstehen. Auch bei dieser Erkrankung kommt es häufig zu Pigmentstörungen.

Wir wir hoffentlich aufzeigen konnten, gibt es eine Vielfalt von möglichen Ursachen für Pigmentstörungen beim Hund. Zur Beseitigung von Pigmentstörungen bei Ihrem Hund sollten Sie versuchen sowohl die fütterungsunabhängigen als auch die fütterungsabhängigen Ursachen in Ihre Überlegungen mit einzubeziehen.

    Quelle: EnRa GmbH &  Co. KG